Sozialdemokratische Partei Deutschlands - Ortsverein Dachau

Befremden über den Tafel-Beschluss des BRK Dachau

Soziales

Pressemitteilung des SPD OV Dachau v. 10.10.2015

Befremden über den Tafel-Beschluss des BRK Dachau

Die Dachauer Tafel soll Asylbewerber abweisen, damit diese lernen, mit dem ihnen zugewiesenen Geld umzugehen, so die aktuelle Presse. Das ist schlicht inakzeptabel. BRK-Chef Seidenath muss diese Entscheidung revidieren.

Das Internationale Rote Kreuz hat am 8. Oktober 1965 - also vor genau 50 Jahren - seine Grundsätze proklamiert. Darin heißt es:  "[Die Rotkreuz-Bewegung] ist einzig bemüht, den Menschen nach dem Maß ihrer Not zu helfen und dabei den dringendsten Fällen den Vorrang zu geben." Ebenso will das Rote Kreuz "unterschiedlos" Hilfe leisten.

Es kann nicht Seidenaths Ernst sein, die Dachauer Tafel dazu anzuhalten, dass sie nach dem Status der Hilfesuchenden differenziert, um diese zum Haushalten mit ihrem Geld zu zwingen. Was unterscheidet sie von den "anderen" Gästen der Tafel? Will man am Ende auch Hartz-IV-Beziehern vorwerfen, sie könnten nicht mit ihrem Geld umgehen, wenn sie bei der Tafel auftauchen?

Wir dachten, die Sache sei klar: Wenn jemand zur Tafel kommt, der in Not geraten ist und sich nicht genug zu Essen leisten kann, dann bekommt er einen Berechtigungsschein. Punkt. Einzig und allein dieser Weg entspricht den Grundsätzen des Roten Kreuzes. Die Leiterin der Tafel geht daher mit ihrer Äußerung in die richtige Richtung, dass sie niemanden abweisen werde, der vor der Türe steht.

Verlangt man hingegen die pauschale Ablehnung von Asylsuchenden, so ist das ein Fehler, der korrigiert werden muss.

Wenn man überhaupt in irgendeiner Weise differenzieren will, dann kann man allenfalls in Richtung derjenigen Asylsuchenden denken, welche in Sammelunterkünften voll verpflegt werden. Das erscheint uns aber nicht Thema dieser Debatte.

 
 
 

Kommentare

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Antwort auf die Antwort II

Zum Inhaltlichen: Es gibt Asylbewerber, die dezentral untergebracht sind und Geld bekommen, d.h. sie leben in etwa so wie manche ALG-II-Empfänger. Sie würden bei einer pauschalen Abweisung von Asylbewerbern gegenüber ALG-II-Empfängern benachteiligt werden. Das entspricht nicht den Grundsätzen des Roten Kreuzes, und auch nicht denjenigen der Tafeln. Und es ist nicht so, dass man bei den Tafeln etwas bekäme, wofür man "in die Sozialsysteme einbezahlt" hat - sondern es gibt da schlicht Essen, was sonst niemand mehr haben will. Im Übrigen ändert das natürlich nix daran, dass die Dachauer Tafel-Mitarbeiter einen großartigen Job machen.

Autor: S. Schneider, Datum: 16.10.2015, 20:45 Uhr


Antwort auf die Antwort I

Das beschriebene Phänomen gibt es wirklich - allerdings trifft es m.E. auf die Debatte unter diesem Artikel nicht zu. Die Deutungshoheit über das Wort "Gutmensch" hat derzeit leider eine gesellschaftliche Strömung, welche mit diesem Titel versucht, andere Menschen zu verunglimpfen, die sich der Empathie verpflichtet fühlen. Das ist schade, aber Fakt. Und egal wer den Ausdruck dieser Tage pauschal benutzt, der/die löst Ärger bei denjenigen aus, die angesprochen werden. A propos Ärger: Der SPD-Ortsverein kommt bei differenzierter Betrachtung des Ansinnens der Tafel zu dem Schluss, dass das so nicht in Ordnung ist. Das hat beileibe nichts mit "Reflexpolitik" zu tun!

Autor: S. Schneider, Datum: 16.10.2015, 20:44 Uhr


Antwort auf die Richtigstellung

Hallo Sören Schneider (Ortsvereinsvorsitzender der Dachauer SPD), die Richtigstellung habe ich zur Kenntnis genommen. Leider werden derzeit Personen die ihre Meinung äussern -ob sie einem gefallen oder nicht- sehr schnell mit dem Schild Rassist, Ausländerfeind, Nazi, "steht in der Nähe rechter Stimmungsmache" versehen. Das dient einzig dem Zweck, keine Argumente austauschen zu müssen, den Gegenüber mundtod zu machen und im schlimmsten Fall auch persönlich zu beschädigen. Das kann und darf nicht geduldet werden. Zudem geschieht das in diesem Fall durch den Moderator der Webseite einer demokratischen Partei! Hier erwarte ich von einem OV Vorsitzenden, das er umgehend eingreift und dieses undemokratische Handeln unterbindet. Mit freundlichen Grüßen Robert Wanninger

Autor: Robert Wanninger, Datum: 15.10.2015, 21:21 Uhr


Richtigstellung

Lieber Robert, im Sinne einer sachlichen Debatte möchte ich gerne folgendes richtig stellen: 1) Ich wollte nicht Dich in die rechte Ecke stellen, sondern lediglich das Wort „Gutmenschen“, das du benutzt hast, weil ich es in der Debatte für nicht angebracht halte. 2) Des Weiteren nehme ich gerne die Behauptung zurück, du hättest Helfer diffamiert – dies war lediglich der Wortwahl „Gutmensch“ geschuldet und von mir dadurch impliziert. Ich hoffe wir können so auf eine sachliche Debatte zurückkommen.

Autor: Stefan Hefele, Datum: 15.10.2015, 09:43 Uhr


Re

Lieber Robert Wanninger, 1) Mittwochs habe ich leider seit 20 Jahren einen anderen Termin. 2) Der Begriff "Gutmenschen" tut das sehr wohl. 3) Das tust Du schon selbst, siehe 2) 4) Na, woher die vielen "sollte" wohl kommen. Von der nicht perfekten Welt. Ich bin aber der Überzeugung (und Du ja wohl auch, sonst wärst Du schon ausgetreten?!) dass die SPD viele richtige Antworten und Lösungsversuche gibt. Das man nicht mit allem einverstanden ist, versteht sich von selbst.

Autor: Stefan Hefele, Datum: 14.10.2015, 18:54 Uhr


Antwort

Lieber Stafan Hefele, 1) beim letzten Stammtisch war ich da, Du bist mir nicht aufgefallen. 2) diffamiere ich keine Helfer der Tafel. Vielmehr hat unsere Familie hier jahrelang durch Miarbeit uns Sachspenden geholfen. 3) stellst Du mich "nett" umschrieben in die rechte Ecke. Das passt leider zum Umgang innerhalb der SPD mit kritischen Mitgliedern. 4) du schrebst viele "solltest"... Sie hat faktisch keinen Anspruch!

Autor: Robert Wanninger, Datum: 14.10.2015, 14:56 Uhr


Hirn ist eingeschaltet! (3/3)

Das Problem ist nur: wir leben nicht in einer perfekten Welt. Und bis es so weit ist, muss Menschen ohne Ansehen der Person geholfen werden. Mit dem jetzt gefassten Beschluss ist dies bei der Dachauer Tafel nicht mehr der Fall, deswegen kritisieren wir diesen und fordern, dass er rückgängig gemacht wird. Mit Mut hat dieser im Übrigen nichts zu tun: einen Beschluss, gegen den viele Menschen sind, trotzdem zu fassen, macht ihn deswegen noch lange nicht richtig. Dieser Beschluss ist falsch. Zu guter Letzt: wir würden uns freuen, wenn Du mal wieder vorbeischaust und uns dein Verständnis von "vernünftiger Politik" erläuterst.

Autor: Stefan Hefele, Datum: 13.10.2015, 22:52 Uhr


Hirn ist eingeschaltet! (2/3)

Nun zu deinen Argumenten: ja, jeder, auch die alleinerziehende Mutter, sollte, wenn sie sich nicht genug zu Essen leisten kann, einen Anspruch auf Lebensmittel von der Tafel haben. Genau das steht zu Beginn des vierten Absatzes der Presseerklärung. Mehr noch: sie sollte so viel verdienen, dass sie sich selbst ausreichend versorgen kann. Ebenfalls sollte ein Asylbewerber genug zu Essen bekommen, dass er keine zusätzlichen Lebensmittel von der Tafel benötigt. Das alles SOLLTE in unserem Land so sein, und gerade wir Sozialdemokraten müssen diese Forderungen immer wieder erheben und verteidigen.

Autor: Stefan Hefele, Datum: 13.10.2015, 22:52 Uhr


Hirn ist eingeschaltet! (1/3)

Lieber Robert Wanninger, bevor ich auf Deine sachlichen Argumente eingehe, muss ich doch sehr bitten: alleine durch die Verwendung des Wortes "Gutmenschen" rückst Du dich ohne Not in die Nähe der rechten Stimmungsmacher, die Du sicherlich genauso verabscheust wie wir alle. Statt die freiwilligen Helfer zu diffamieren, sollte man lieber ihre Leistung anerkennen und auf politischer Ebene dafür sorgen, dass diese in Zukunft nicht mehr so benötigt wird wie momentan.

Autor: Stefan Hefele, Datum: 13.10.2015, 22:50 Uhr


Hirn einschalten?

Bei all den Gutmenschen eine mutige Entscheidung der Tafel in DACHAU. Jedoch kann, sollte und muss die Tafel durchaus kritisch gesehen werden. Die bsw. allein erziehende Mutter, die zu wenig zum leben, jedoch zu viel zum sterben verdient, hat keinen Anspruch auf kostenlose Lebensmittel der Tafel. Asyl suchende sollten eigentlich nicht hungern müssen. Da fallen mir ganz andere Bedürftige ein! ...... Liebe Genossen... macht endlich vernünftige Politik! Ich habe keinen Bock mehr auf Reflexpolitik ala Gabriel!

Autor: Robert Wanninger, Datum: 12.10.2015, 18:39 Uhr


 

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